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St. Hedwig heißt die römisch-katholischen Pfarrkirche im Stadtteil Thingers in Kempten.
Ende der 1950er Jahre kam es im Kemptener Norden zu einer regen Bautätigkeit und damit zu einem Anwachsen der Kirchengemeinde St. Michael. 1971 wurde ein Grundstück für eine neue Kirchengemeinde erworben und die Gemeinde mit etwa 6000 Pfarrangehörigen wurde geteilt.

Franz Heumann, bisheriger Kaplan von St. Ulrich, wurde 1975 Pfarrkurat. Im Jahr 1980 wurde die Glaubensgemeinschaft St. Hedwig zur Stadtpfarrei erhoben. Sogleich begannen nach Plänen des Kemptener Architekten Dieter Heiler die Bauarbeiten für die vier Baukörper Kirche, Kirchturm, Pfarrheim und Pfarrhaus. Am 18. Okt. 1986 weihte Diözesanbischof Josef Stimpfle die neue Kirche ein. Der Stadtteil Thingers zählte zu diesem Zeitpunkt rund 5200 Einwohner, davon waren etwa 3500 katholisch. 1990 wurde ein Kindergarten hinzugebaut, der 2014 um einen Krippenneubau erweitert wurde.

Im Jahr 2002 wurden St. Hedwig, St. Michael und Heiligkreuz zu einer Pfarreiengemeinschaft zusammen gefügt. 2008 ging der Gründungspfarrer Franz Heumann nach 33 Dienstjahren in Ruhestand (+ 08.06.2015). Sein Nachfolger wurde Pfr. Rupert Ebbers. 2010 kam die Pfarrei St. Franziskus als vierte Pfarrei hinzu mit der neuen Bezeichnung Pfarreiengemeinschaft Kempten-West. 2014 sank die Zahl der Pfarrangehörigen von St. Hedwig unter 2000.

Der im Kunstverlag-Peda erschienene Kirchenführer (ISBN 3-930102-99-4) vermittelt ein Verständnis für das geistliche Konzept und die künstlerische Ausgestaltung des Kirchenraumes. Die Anordnung der fünf Bankblöcke in einem Halbrund um den Altar unterstreicht die Theologie vom Volk Gottes, die das II. Vatikanische Konzil in den Vordergrund gerückt hatte. Der aus der Pfarrei stammende Bildhauer Hans Wachter hat die gesamte Kirche detailliert ausgestaltet. Sogar der Beton wurde durch negativ gefertigte Styroporschablonen sowohl in den freistehenden und durch lichte Glasbänder verbundenen Wandelementen als auch mit figürlichen Darstellungen gestaltet, so dass St. Hedwig wohl eine der sehr wenigen modernen Kirchen sein dürfte, die allgemein als Kunstwerk bezeichnet wird.

Seine besondere Ausstrahlung erfährt der Raum, wenn eine lebendige Gemeinde die 350 Sitzplätze füllt, auf das Wort Gottes hört, die eucharistische Mahlgemeinschaft feiert und das Lob Gottes verkündet. Die schlesische Herzogin Hedwig ist uns als Pfarrpatronin eine gute Wegbegleiterin, die uns in einem Stadtteil mit hohem Anteil von Mitbürgern mit Migrationshintergrund die Offenheit für jeden leert, der nach dem Sinn fragt, der nach Leben und Liebe hungert und somit nach Gott sucht. Die Türen in St. Hedwig sind weit geöffnet!

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